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52 Fotos, unterbrochen durch Fragmente aus seinen Reisetagebüchern. Dies ist der Weg, den uns Philippe Herbet, ein Künstler, der sowohl die Literatur als auch die Fotografie zu seinen Leidenschaften zählt, im Museum der Fotografie in Charleroi vorschlägt.
Erste Eindrücke
Wenn man gleich nach dem Betreten des Ausstellungsraumes einen Schritt nach links macht, steht man direkt von einem Auszug aus den Reisetagebüchern Philippe Herbets über seine Erkundung eines Landstrichs, der weitgehend unbekannt und dennoch nicht so weit von uns liegt: Weißrussland. „Dorah war spurlos verschwunden. Ich fühlte, dass ich sie nicht mehr wiedersehen würde. Nie mehr“. Dieser Auszug klingt wie ein Hilferuf an Dorah, diese Frau aus Weißrussland, die der Autor einen Winter lang in Berlin geliebt zu haben scheint.
Werfen Sie anschließend den Blick über diese Sätze hinaus und Sie werden zu Ihrer Rechten eine lange Reihe von weiblichen Porträts erblicken. Diese Frauen haben zwei Dinge miteinander gemein: ihre Herkunft (Weißrussland) und ihr fragender Ausdruck gegenüber dem Mann, der sie ablichtet.
Diese Porträts scheinen das Ergebnis einer Suche zu sein. Als ob in einem Anflug von Hoffnungslosigkeit der Autor sich dazu gezwungen sah, in jeder dieser Frauen einen - wenn auch nur einen winzigen - Teil seiner geliebten Dorah wiederzufinden.

Philippe Herbet, ein Mann, der seine Wurzeln nach Osten ausstreckt
Weshalb fiel die Wahl auf Weißrussland für ein derartiges Abenteuer? Eigentlich ist dieses Land nur eine Etappe auf dem Weg, den Philippe Herbet bereits vor langer Zeit begonnen hat, und zwar in Seraing, der Stadt seiner Kindheit und Jugend. Er erkundete anschließend seine türkischen Wurzeln während eines Aufenthalts in Istanbul. Zu guter Letzt interessierte sich der Lütticher Künstler verstärkt für die Länder Mitteleuropas und weiter östlich.
Sein Ansatz, den er als das „Rhizom“ bezeichnet, besteht darin, sich an verschiedenen Orten aufzuhalten, sich von diesen Orten inspirieren zu lassen, sie zu verinnerlichen und quasi in sich aufzusaugen, bis sie zu wirklichen Heimstätten, zu neuen „Wurzeln“ für ihn werden.
"Neue Wurzeln“ sind es schon, doch weigert sich der Künstler kategorisch, an diesen Orten Wurzeln zu schlagen. In einem der Auszüge aus seinen Reisetagebüchern schreibt er: "Ein Rhizom kann nicht (…) längere Zeit in sich verharren. Selbst wenn ich mehrere Male an bereits bekannten und fast vertrauten Orten zurückkehre, mag ich das Gefühl des Umherirrens, das Gefühl, in den Dingen, der Welt verloren zu sein". Kein Stillstand also. Seine Lust, immer andere Orte zu sehen, überwältigt ihn systematisch und treibt ihn dazu, seinen Wurzelstock immer weiter nach Osten auszudehnen.
Ein Museum mitten im Grünen
Diese Expedition in die Wurzeln Philippe Herbets erwartet Sie im Museum der Fotografie in Charleroi. Dieses Museum ist in einem ehemaligen Kloster in der Ortschaft Mont-sur-Marchienne, einige Kilometer von Charleroi entfernt, untergebracht.
Im Jahre 2008 wurde das Museum um einen neuen Flügel, der am ehemaligen Kloster angebaut wurde, erweitert. Neben neuen Ausstellungsräumen befinden sich im neuen Flügel ein Café, ein herrlicher Wintergarten sowie eine Bibliothek über die Fotografie.
Das Museum bietet auch eine ständige Kollektion über die Geschichte der Fotografie von ihren Ursprüngen bis zu den zeitgenössischen Künstlern. Dies ist aber nicht alles: es sind ebenfalls eine Reihe didaktischer Säle für jedes Alter vorhanden, in denen die optischen, chemischen und digitalen Phänomene, die der Fotografie zugrundeliegen, erklärt werden.
Kurz: Das Museum ist ein ideales Ausflugsziel im Kreise der Familie oder unter Freunden. Es hat seinen Besuchern eine ganze Menge zu bieten.
Offizielle Webseite des Museums der Fotografie in Charleroi
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