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Innovation für die Kultur / Kultur für die Innovation!

Aktuelles - 09/09/2010 Von steven.haesen

©Jean Poucet – DirCom - MCF

Am 8. und 9. September 2010 fand in Brüssel das Kolloquium “Kreativität, Kultur und Innovation. Auf der Suche nach neuen Bindungen” statt, eine der offiziellen Veranstaltungen des Programms “Kultur und audiovisuelle Medien” des belgischen Ratsvorsitzes der Europäischen Union, die von der Französischen Gemeinschaft in Belgien mit der Unterstützung der Europäischen Kommission organisiert wurde. Zu diesem Anlass empfing Fadila Laanan, Ministerin für Kultur und Audiovisuelle Medien, annähernd 400 Akteure in der Welt der Kultur.

Die europäische Kommissarin für Kultur und Bildung, Androulla Vassiliou, eröffnete die Debatte dieser beiden Tage.

Innovation für die Kultur oder: wie kann man die Kultur und die Kultur- und Kreativitätswirtschaft innovativer gestalten

Dank diesem Kolloquium konnte eindeutig bestätigt werden, dass die Innovationen im weiteren Sinne, darin eingeschlossen die nicht technologischen Innovationen, auch wichtige Beigaben für die Wettbewerbsfähigkeit, das Wachstum und die Lebensqualität der Bürger ist.

Allerdings wird dieser Sektor häufig unzureichend unterstützt und profitiert kaum von den europäischen Hilfsprogrammen. Deswegen hat die neue Politik der Europäischen Union durch die Strategie EU 2020, die am 17. Juni dieses Jahres vom Europäischen Rat angenommen wurde, das Ziel, ein Umfeld zu schaffen, in dem diese Kultur- und Kreativitätswirtschaft ihr Potenzial am besten ausschöpfen kann. Sie kann nämlich durch kreative Partnerschaften eine größere Rolle spielen, indem sie den europäischen Bürgern hilft, die kreativen, unternehmerischen und interkulturellen Kompetenzen zu erlangen, die sie benötigen, und somit auch den sozialen Zusammenhalt fördern.

Außerdem begünstigen die so geschaffenen neuen Technologien die Schaffung neuer kultureller Güter, Berufe und Dienstleistungen, die vor allem für die KMU von Vorteil sind und die europäische Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Die Kultur für Innovation oder: wie fördert man den Transfer der Kultur- und Kreativitätswirtschaft zu den anderen Sektoren

Im Übrigen durfte ein derartiges Kolloquium natürlich nicht den kulturellen Aspekt der wirtschaftlichen Entwicklung, seine Dynamik und sein Potenzial außer Acht lassen. Die Kultur- und Kreativitätswirtschaft entwickelt sich nämlich vor allem auf lokaler und regionaler Ebene und spielt eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung auf diesen Ebenen.

Deswegen müssen alle Akteure und alle Regionen an diesem Innovationszyklus beteiligt werden. Deswegen müssen auch die Entwicklungsstrategien – und insbesondere die Politik für den Zusammenhalt – ihre Integrationsbemühungen der Kultur- und Kreativitätswirtschaft fortführen.

Wie Fadila Laanan feststellte, förderten die Debatten am 8. und 9. September den Gedanken, dass „es zur Unterstützung dieses Kreativitätspotenzials der Kultur- und Kreativitätswirtschaft und vor allem des Potenzials der KMU (von denen laut einer Studie der Universität Utrecht 58 % nur einen bis drei Beschäftigte haben), erforderlich ist, einen strategischen, integrierten Ansatz festzulegen“. Diese KMU nämlich benötigen aufgrund ihrer Größe und ihre speziellen Eigenschaften „politische Strategien, welche die Komplexität der Wechselwirkung zwischen den wirtschaftlichen, kulturellen, technologischen und sozialen Aspekten des kreativen Prozesses anerkennen. Diese KMU, die über eine große Innovationsfähigkeit verfügen, sind eine wichtige Quelle für die kulturelle Vielfalt“.

Um den KMU eine Innovation zu ermöglichen, müssen die Kompetenzen, die Synergien zwischen Sektoren und die positive Rolle der Kultur gestärkt werden. Dies vor allem durch die Förderung kreativer Partnerschaften zwischen künstlerischer Ausbildung, Verwaltungsschulen, Unternehmen und Forschungslabors. Die Einbindung der Kreativität in die Bildungspolitiken könne bedeutsame Vorteile für die Wirtschaft, aber auch für den soziokulturellen Sektor bieten.

Wege für die Strategie 2020

Durch dieses Kolloquium konnte die Wichtigkeit unterstrichen werden, die Kultur- und Kreativwirtschaft als Garanten der kulturellen Vielfalt zu unterstützen.

Der Forschungs- und Innovationspolitik kommt derzeit bei den politischen Prioritäten der Europäischen Union eine größere Bedeutung zu. Sie gilt als Vektor für Wettbewerbsfähigkeit, Produktivitätssteigerung und Lebensfähigkeit.

Wie auch Luc de Brabandere, Fachmann im Bereich angewandte Kreativität im Businessbereich, bei den Debatten hervorhob: „Paradoxerweise müssen uns die Krise und ihre Sachzwänge anspornen!“ Seiner Meinung nach liegt die Überlebensfähigkeit unserer Wirtschaften und Industrien in einer sich im Wandel befindlichen Welt in der Fähigkeit, aus dem existierenden Rahmen herauszutreten. Deswegen ist es unbedingt erforderlich, diesem Wandel vorzugreifen, neue Perspektiven zu schaffen und zu gestatten, dass neue Ideen, die sich durch Kreativität auszeichnen, zu Innovationen werden.


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