Informelles Treffen des BESO-Rats zur Gesundheit

Der erste im Rahmen der belgischen EU-Präsidentschaft organisierte informelle Rat hat heute begonnen. Laurette Onkelinx, Vizepremierministerin und Ministerin für Volksgesundheit, saß der Versammlung der Gesundheitsminister der europäischen Mitgliedstaaten vor, an der auch John Dalli, Europäischer Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, Zsuzsanna Jaka, Regionaldirektorin der WHO für Europa, sowie die Direktoren von EMA und ECDC teilnahmen.
Zu dieser Gelegenheit wurden mehrere wichtige Themen angesprochen, die besondere Anliegen zahlreicher europäischer Bürger sind: der Kampf gegen den Krebs, die Verwaltung der Grippe-Pandemie H1N1 und die Gesundheitssicherheit.
Laurette Onkelinx: "Die Wirtschafts- und Finanzkrise, in der wir uns momentan befinden, könnte eine Bedrohung für eine ambitionierte Gesundheitspolitik darstellen. Aus diesem Grund ist dieses informelle Treffen in dieser Hinsicht besonders wichtig."
Das erste Thema an diesem Montag war der Kampf gegen den Krebs.
"Ich bin glücklich, dass auch die letzten Staaten, die sich noch nicht der durch die Kommission ins Leben gerufenen europäischen Partnerschaft zum Kampf gegen den Krebs angeschlossen hatten, heute deutlich ihre Absicht angekündigt haben, dies nachzuholen. Alle Gesundheitsminister haben diese Initiative begrüßt und sich bereit erklärt, zusammenzuarbeiten, um die verfolgten Ziele zu erreichen. Ich bin besonders stolz, ankündigen zu dürfen, dass alle Mitgliedstaaten zugestimmt haben, in ihren Ländern einen staatlichen und mehrjährigen Plan gegen den Krebs bis spätestens 2013 zu verabschieden", erklärte Laurette Onkelinx.
Diese Pläne fördern die Prävention, die Früherkennung und die an die Kranken angepasste Pflege. Darüber hinaus sind die europäischen Gesundheitsminister übereingekommen, alles zu tun, damit die gesamte Risikobevölkerung kurzfristig an einer Untersuchung zur Früherkennung von Brust-, Dickdarm- und Gebärmutterkrebs teilnehmen kann.
Die Notwendigkeit, gegen die Ungleichheiten in diesem Bereich anzukämpfen, genau wie alle Maßnahmen, die den Zugang zu innovativen Molekülen betreffen, wurden von allen betont. Der Kampf gegen die Tabakabhängigkeit bleibt ebenfalls Priorität. Schließlich wollen die Mitgliedstaaten einen durchgängigeren Ansatz im Forschungsbereich gegen den Krebs finden und haben die Europäische Kommission angerufen, einen Rahmen zu schaffen, der die Umsetzung dieses Ziels gestattet.
Das zweite Thema an diesem Montag war die Verwaltung der Grippe-Pandemie A/H1N1.
Dieser informellen Sitzung ging eine Konferenz europäischer Fachleute am 1. und 2. Juli voraus: 300 Vertreter aus ganz Europa und anderen eingeladenen Ländern haben an dieser Konferenz teilgenommen, Fachleute und hohe Beamte, ebenso wie Vertreter der Weltgesundheitsorganisation, des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten sowie der Europäischen Arzneimittel-Agentur.
Die allgemeine Diskussion war sehr lebhaft, tabufrei und äußerst konstruktiv.
Zu Beginn der Sitzung erklärte Laurette Onkelinx: "Wir hatten großes Glück, dass die Grippe-Pandemie so leicht war. Dies ist die Gelegenheit, die daraus abgeleiteten Erfahrungen zu hinterfragen und umzusetzen, um uns für den Fall einer schwereren Krise besser vorzubereiten."
Die Minister einigten sich über 5 Prioritäten:
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Die Ergebnisse der Konferenz werden dem Prüfungsausschuss der WHO vorgelegt
Dieser Ausschuss untersucht derzeit den Aufbau der WHO und befasst sich mit der internationalen Gesundheitsvorschrift sowie der Krise der Grippe-Pandemie. Die Beteiligung der europäischen Mitgliedstaaten ist eine wichtige Komponente, um die vorhandenen Verfahren und die eingesetzten Instrumente zu verbessern.
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Überarbeitung des Vorbereitungsplans für eine Pandemie in der EU
Die Minister sind übereingekommen, den Plan zur Vorbereitung auf eine Pandemie in der Europäischen Union abhängig von dem Ergebnis des Prüfungsausschusses der WHO und den endgültigen Änderungen der weltweiten Zusammenarbeit noch einmal zu überprüfen.
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Schnellerer Genehmigungs- und Informationsprozess zu Impfstoffen
Die Verfügbarkeit von Impfstoffen und die Impfung der Bevölkerung waren eine echte Herausforderung. Obwohl die europäischen Einrichtungen und Agenturen schon lange im Voraus mit den Vorbereitungen begonnen hatten, um einen schnellen Erfassungsprozess zu unterstützen, nachdem die Pandemie begonnen hat, bleibt weiterhin Raum für Verbesserungen, insbesondere in Hinblick auf die Kommunikation und die Erklärung gegenüber der Öffentlichkeit, um welche Verfahren es sich handelt, und wie sie ausgeführt werden.
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Entwicklung eines Verfahrens für den Sammeleinkauf von Impfstoffen und Virostatika
Die Bereitstellung von Impfstoffen und Virostatika war Mittelpunkt der Debatten in allen Mitgliedstaaten. Die Minister haben die Europäische Kommission angerufen, ein Verfahren zu entwickeln, das den gezielten Sammeleinkauf gestattet. Die Kommission hat diesen Anruf gehört, und Kommissar Dalli hat für den nächsten Herbst einen konkreten Vorschlag zur Umsetzung einer gemeinsamen Plattform für den gezielten Einkauf angekündigt.
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Solidarische Verwaltung der Pandemie
Solidarität ist in Krisenzeiten unverzichtbar. Um allen Bürgern aus Risikogruppen zu ermöglichen, auf Impfstoffe und Virostatika-Behandlungen zuzugreifen müssen die Mitgliedstaaten der Europäischen Union vor allem solidarisch miteinander sowie mit der restlichen Welt umgehen. Die Minister sind übereingekommen, mit der Europäischen Kommission und ihren Agenturen aber auch mit der WHO zusammenzuarbeiten, um bessere Verfahrensweisen zu entwickeln.
Laurette Onkelinx: "Wir setzen unseren Diskussionsfaden morgen in einem größeren Rahmen fort, nämlich zum Thema Gesundheitssicherheit. Ich beabsichtige, die aus der Grippe-Pandemie gezogenen Erfahrungen zu nutzen, um die Vorbereitung und insbesondre die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu anderen möglichen Gesundheitsproblemen in Krisenzeiten zu diskutieren."


