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Die Strategie der Innovationsunion gibt der Industrie nicht genug Gewicht

Aktuelles - 28/10/2010 Von sebastien.vermast

©Der Rat der Europäischen Union

Die neue Strategie der Innovationsunion – eine Flagship-Initiative der Europa 2020 Strategie – gibt der Industrie nicht genug Gewicht, nach den Worten von Jean-Claude Marcourt, Präsident des Wettbewerbsrates der EU und Wirtschaftsminister Walloniens, zur Eröffnung der Konferenz der belgischen Präsidentschaft, die sich dem Anpacken von gesellschaftlichen Herausforderungen durch Unternehmertum und Innovation widmete.

Herr Marcourt berichtete, dass, während die Delegationen der EU-Mitgliedstaaten auf dem jüngsten EU-Wettbewerbsgipfel die Mitteilung zur Innovationsunion der Europäischen Kommission zur Innovationsunion begrüßten, die meisten bedauerten, dass der Industrie nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt wird.

“Bei der Innovation geht es nicht nur um Technologie. Es geht um die Reaktion auf unsere ‚Bedürfnisse in Bezug auf den Klimawandel, die alternde Bevölkerung und auch die Wirtschaftskrise”, sagte er.

Unter Hinweis auf die bedeutende Rolle, welche die europäischen Regionen bei der Wiedereinführung der Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation spielen, fügte er hinzu: “In Zukunft werden die Regionen eine wichtige Aufgabe bei der Förderung der Innovation haben, besonders durch ‚intelligente Spezialisierung‘.”

Die Wallonische Region war ein Pionier bei der Entwicklung von ‘Clustern der Wettbewerbsfähigkeit’, die Unternehmen, Forscher und andere Beteiligte in gebündelten industriellen Konzentrationen wie z.B. Luft- und Raumfahrt, Agroindustrie, Gesundheit, Maschinenbau und Transport & Logistik zusammenbringen. Das Programm „Kreatives Wallonien”, das am Freitag, dem 29. Oktober gestartet wird, wird neue Anstrengungen auf kreative Industrien in der Region konzentrieren.

“Derartige Partnerschaften sind die Grundlage für die Ausbreitung von Innovation durch das Wirtschaftsgefüge”, sagte Herr Marcourt. „Zahlreiche Unternehmen nehmen Innovation im Kontext wettbewerbsfähiger industrieller Cluster begeistert an.”

Die Konferenz der EU-Präsidentschaft ‚Europa neu formen: Das Ansprechen gesellschaftlicher Veränderungen durch Unternehmertum und Innovation’ brachte an die 650 Mitglieder der Europa INNOVA Gemeinschaft von Innovationspraktikern zusammen, mit Hauptbeteiligten der Innovation aus den Bereichen der Politik, Hochschulen und dem Geschäftsleben, um zu untersuchen, wie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen Europas durch Steigerung der Innovation in der gesamten EU angepackt werden können.

Das Treffen findet zu einer Zeit statt, zu der die Europäische Union zu industrieller Innovation auffordert, um dazu beizutragen, Europa aus der aktuellen Wirtschaftskrise herauszubekommen und die neue wirtschaftliche Grundlage einer wohlhabenden EU zu werden.

In seiner Rede vor der Konferenz sagte Heinz Zourek, Generaldirektor der GD Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission: „Es mag Innovation mit oder ohne Forschung geben, aber nicht ohne die Unternehmer, die neue Ideen auf den Markt bringen. Europa fehlen nicht so sehr innovative Ideen, sondern eher Unternehmer, die Risiken eingehen und schnell wachsen wollen.”

Während der EU-Bemühungen begrüßte, mit der Forschung weiterzumachen, bekräftigte Herr Zourek auch die Notwendigkeit für konzertierte Aktionen auf der industriellen Ebene. „Forschung und Innovation sind zur Entwicklung neuer Technologien und Marktchancen erforderlich. …Aber der Aufbau einer starken Wissensbasis an sich reicht für den Erfolg nicht aus”, warnte er. „Es gibt keine Innovation ohne Unternehmertum”, sagte er und unterstrich dabei die Tatsache, dass KMUs oft die Triebkräfte für bahnbrechende Innovationsaktivität sind.

„Die Gründung von mehr Start-up- und Spin-off-Unternehmen in Europa ist wichtig, aber wir benötigen auch KMUs mit dem Ehrgeiz, weltumfangende Unternehmen mit hohem Wachstum zu werden.

Er betonte die anhaltende Bedeutung der Förderung industrieller Clusters, um Ressourcen und Ideen auf lokaler und regionaler Ebene zu konzentrieren und industrielle Veränderung sowie wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.

Die Betonung Europas, sagte er, sollte jetzt darauf liegen, „Weltklasse-Cluster” zu entwickeln, die international anerkannte “Hotspots” für Innovation und Investition in vielversprechenden Bereichen sind.

Die Industrie passt sich an Marktveränderungen dauernd an, und sie sollte sich permanent daran anpassen, sagte er, und in dem Maße, in dem sich die Industrie verändert, muss es auch die Industriepolitik tun. ….. Die europäische Industriepolitik muss die frischen Winde der Innovation nutzen, um neue Märkte und Geschäftsmöglichkeiten zu erschaffen.

“Und die politische Frage ist nicht mehr die nach dem ‚Auswählen von Gewinnern’, sondern eher nach der Bereitstellung der richtigen Anreize für strukturelle Veränderung, so dass neue Industrien entstehen können und gesellschaftliche Veränderungen besser angesprochen werden können”, sagte er.

Indem er das Beispiel der wirtschaftlichen Entwicklungsstrategie Walloniens anführte, wies der Generaldirektor der Kommission darauf hin, dass den europäischen Industrien und kleinen und mittleren Unternehmen auch auf EU-Ebene geholfen werden müsste, um wettbewerbsfähiger zu werden und fähiger zu werden, sich dem globalen Wettbewerb zu stellen. Dafür, sagte er, ist Innovation ein Schlüssel.

Als Teil der Bemühungen der Kommission zur Förderung der industriellen Innovation im Kontext der Europa 2020 Strategie werden drei neue Initiativen auf der Konferenz vorgestellt werden, die sich um Folgendes drehen:

  • Transnationale Käufergruppen der öffentlichen Vergaben, die auf innovative Produkte abzielen
  • Eine Plattform zur Unterstützung der europäischen Mobil- und Mobilitäts-Industrien
  • Eine neue Gruppierung, um sich für die kreativen Industrien Europas einzusetzen

 

  Eröffnungsrede von M. Marcourt_FR


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