Die Schauspieler der Friedenskarawane haben Namur die Ehre erwiesen.

An diesem Wochenende geht die Namurer Etappe der MIR-Karawane 2010 zu Ende. Im Rahmen des belgischen EU-Vorsitzes war die Stadt eines der Ziele der einzelnen Wandertheatergesellschaften. Während zehn Stunden boten 140 Künstler ihre Kunst dar: Schauspiel, groß angelegte Performances im Freien, Konzerte, Ausstellungen und noch andere Überraschungen in drei Zelten und auf Bühnen, die bei der Citadelle von Namur aufgestellt worden waren.
Am Freitag warf eine Debatte zwischen Künstlern, Veranstaltern und Zuschauern die Frage der heute häufig „unsichtbaren“, aber dennoch vorhandenen Grenzen auf.
Am Samstag bot sich die Gelegenheit, Europa, das hundertjährige Bestehen des Théâtre de Verdure und seines Schöpfers Georges Hobé, eines in der breiten Öffentlichkeit noch allzu sehr unbekannten Architekten, zu feiern. Hundert Künstler haben gemeinsam am Schauspiel zum Mythos der Phönizierprinzession „Europa“ im „grünen Theater“ mitgewirkt. Im Hinblick auf die Problematik der Migrationen und auf größere Offenheit, wurde für die Hauptrolle eine Afrikanerin gewählt. Die Aufführung war eine denkwürdige Leistung. Innerhalb von wenigen Tagen seit Anfang der vergangenen Woche musste das Stück konzipiert und aufgebaut sein. Es mussten dabei mehrere Regisseure unter einen Hut gebracht und die zahlreichen Künstler harmonisch angeleitet und geführt werden!
Am Sonntag werden die letzten Stücke unter der sengenden Sonne Malis aufgeführt: „I Ko Tjokodi“ der „Compagnie du Hasard“ und eine Mischung von Marionetten Maschinen und Masken mit „Yaga’s Fire“ von Buchinger’s Boot Marionettes.
Die Karawane bricht nun ihre Zelt ab und reist weiter zum nächsten Ziel: Moskau.