Der Verlust der Biodiversität hat seinen Preis
Die flämische Ministerin für Umwelt, Natur und Kultur Joke Schauvliege eröffnete am heutigen 8. September die Europäische Konferenz über Biodiversität in einer veränderlichen Welt. Als Vorsitzende des Europäischen Umweltrates hat Joke Schauvliege in Absprache mit der EU-Triopräsidentschaft Spanien-Belgien-Ungarn das Thema „Biodiversität“ ganz oben auf die Agenda gesetzt.
Ein Einschreiten ist dringend nötig. Politiker aus der ganzen Welt sind aufgerufen, künftig mehr Anstrengungen für die Entwicklung und den Erhalt der Biodiversität zu machen und anspruchsvollere Ziele zu erarbeiten, die die bevorstehende Vertragsstaatenkonferenz in Nagoya aufstellen wird.
Als Vorsitzende des Europäischen Umweltrates spielt Joke Schauvliege eine entscheidende Rolle für das Zustandekommen einer Post-2010-Vision der Biodiversität der EU. Die Konferenz wird am morgigen 9. September mit einer „Message from Ghent“, einer deutlichen europäischen Politikempfehlung für die 10. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über Biodiversität im Oktober in Nagoya (Japan), enden.
2010 ist als Internationales Jahr der Biodiversität ein Meilenstein. Dem europäischen Ziel, den Rückgang der Biodiversität bis 2010 zu stoppen, war nicht der gewünschte Erfolg beschieden. Deshalb muss das Tempo so rasch wie möglich erhöht werden und die Politik dringend neue Impulse geben.
Ein Einschreiten ist auch dringend nötig, wie einige Schlussfolgerungen des dritten Global Biodiversity Outlook bestätigen:
- die Entwaldung schreitet mit 6 Millionen Hektar jährlich weiter voran;
- in den letzten 20 Jahren sind 35 % der Mangrovenwälder verschwunden;
- gerade einmal 13 % der Landoberfläche sind Schutzgebiete und nur ein halbes Prozent der Wasseroberfläche ist geschützt;
- seit 1970 sind 40 % der Arten verschwunden.
Auf diesem Forum werden Ideen, Erfahrungen und innovative Lösungen für die dringendsten Aufgaben der europäischen Politik debattiert und ausgetauscht. Dies geschieht in 3 thematischen Arbeitsgruppen, von denen der erste Teil heute stattfindet.
- Der Workshop Biodiversität in einer verstädterten Umgebung geht gründlicher auf die Entwicklung grüner Infrastrukturen und Beratung, den Abschluss von Partnerschaften mit verschiedenen Raumnutzern sowie auf Kommunikationsinstrumente zur Mobilisierung der Bürger ein.
- Der zweite Workshop befasst sich mit den Evaluierungsmethoden für die Bewertung von Ökosystemen.
- Der dritte Workshop will vor allem Politikziele für Biodiversität nach 2010 in Bezug auf sektorale Politik, Finanzpolitik, Klimawandel und Wissenschaft formulieren.