Cerexhe nimmt eine Bittschrift an betreffend die Vereinfachung der administrativen Verfahrensweisen für die Forscher
Der Brüsseler Minister für Wirtschaft und Beschäftigung, Benoît Cerexhe, hat in seiner Funktion als Vorsitzender des Rats „Wettbewerbsfähigkeit“ der EU - Bereich Forschung, am Montag, den 5. Juli 2010 die Vertreter der Petitionsinitiative „Trust Researchers“ empfangen, angeführt von Dr. Sabine Herlitschka (Österreich). Die Vertreter von „Trust Researchers“ haben dem Vorsitzenden des Rats „Wettbewerbsfähigkeit“ – Bereich Forschung zu dieser Gelegenheit eine Petition mit über 13.500 Unterschriften überreicht, die die europäischen Behörden auffordert, das Programm zur Vereinfachung des Verwaltungsaufwands für alle europäischen Forscher so schnell wie möglich umzusetzen.
Letztlich wissen heute alle Beteiligten, dass die europäischen Programme und ihre Teilnahmeregeln ein Maß an Komplexität angenommen haben, das den anfänglichen Zielsetzungen völlig entgegensteht. Es gibt unzählige Verfahren, zu viele Kontrollen und die Wartezeiten sind zu lang, um die Bestimmungen zu erfüllen und eine Finanzierung zu erhalten. Dies schreckt in der Folge Forscher ebenso wie Unternehmen ab.
Minister Benoît Cerexhe ist sich dieser Problematik vollends bewusst und erinnert daran, dass diese Bemühung zur Vereinfachung unverzichtbar für alle Entscheidungsebenen ist, unter anderem für die Regionen, weil gerade die Regionen häufig die Ebene darstellen, die den Beteiligten am nächsten steht, insbesondere den KMUs, Forschungszentren oder Universitäten.
Im Namen der belgischen Präsidentschaft hat Benoît Cerexhe die Vertreter von „Trust Researchers“ über die Vereinbarung informiert, „Vereinfachung der Forschungsprogramme ist Innovation für die EU“ zu einem Schwerpunkt der belgischen Präsidentschaft zu machen. „Forscher müssen denken – und keinen Papierkrieg führen”, erklärte ihnen der Vorsitzende des Rats „Wettbewerbsfähigkeit“ - Bereich Forschung. Die Vereinfachung wird im Übrigen auch eines der beiden prioritären Themen der Tagesordnung des informellen Rats „Forschung“ am 15. und 16. Juli in Brüssel sein.
Die belgische Präsidentschaft will beim Rat am 12. Oktober neue Ergebnisse präsentieren und Fortschritte in Hinblick auf die Vereinfachung demonstrieren. „Die Herausforderung ist das Vertrauen, das den Forschern entgegengebracht werden muss, und ebenso, das richtige Gleichgewicht zwischen Vertrauen und Kontrolle der Nutzung öffentlicher Gelder zu finden“, so Benoît Cerexhe. „Einer der Wege, die wir überprüfen wollen, besteht darin, den aktuellen kostenbasierten Ansatz gegen einen ergebnisbasierten Ansatz auszutauschen, wobei wir uns darüber im Klaren sind, dass die Forschung immer Risiken und Unsicherheiten in sich birgt.”
Entsprechend stellt die belgische Präsidentschaft Fragen:
• zur Bewilligung pauschaler Summen statt nach einem detaillierten Nachweis von Ausgaben;
• zu dem tolerierbaren Maß an Risiken und Fehlern für den Forschungsbereich, wobei die Kosten für die Kontrollen die zurückzufordernden Beträge für Fehler, die von diesen Kontrollen festgestellt wurden, wesentlich übersteigen könnten.
Kontakt: Kathrine Jacobs +32 (0)2 508 79 17