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Galileo

In den Sommerurlaub reisen viele Europäer mit dem Auto. Um den Weg nicht aus den Augen zu verlieren, greifen sie zunehmend auf ein GPS-System zurück. Nur wenige GPS-Benutzer wissen, dass sie in nächster Zukunft ein europäisches GPS-System (globales satellitengesteuertes Navigationssystem) benutzen können. Das neue System nennt sich: Galileo.

 

Was ist GPS?

GPS ist die Abkürzung von Global Positioning System. Das System wurde in den Siebzigern vom amerikanischen Verteidigungsministerium ersonnen. Sein Nutzen war rein taktisch und militärisch: US-Atomwaffen mit höherer Zielgenauigkeit abfeuern, Flugzeugpiloten helfen, den richtigen Kurs zu finden… Anfang der Achtziger änderte sich das. Im Jahre 1983 gelangt ein Zivilflugzeug der Korean Air durch einen Navigationsfehler in den verbotenen Luftraum der damaligen Sowjetunion. Russische Düsenjäger schießen das Flugzeug prompt ab. Alle 269 Passagiere und Crewmitglieder kommen dabei um. Weltweiter Protest wird laut. Der US-Präsident jener Zeit, Ronald Reagan, beschließt, die GPS-Technologie für den zivilen Gebrauch freizugeben.

Zur Zeit kreisen 31 GPS-Satelliten auf ihrer Umlaufbahn rund um die Erde. Jeder Satellit hat eine Atomuhr an Bord, die die genaue Zeit an die Erde sendet. Anhand dieses Signals wird vom GPS-Empfänger die genaue Position auf der Erde errechnet.

Was ist Galileo?

Existenzberechtigung
Die europäische Kommission findet, die Europäische Union dürfe nicht vollständig vom US-Satellitennavigationssystem abhängig sein. Dieses System kann nämlich verschlüsselt oder ganz außer Kraft gesetzt werden. Deshalb schlug die Kommission 1999 ein europaeigenes System vor: Galileo, benannt nach dem italienischen Sternenkundler im 16. Jahrhundert.

 

Merkmale

Im Gegensatz zum amerikanischen GPS und zum russischen „Glonass“ ist das europäische Galileo-System ein ziviles globales Satellitennavigationssystem. Kurz: jeder kann es ständig überall und kostenlos benutzen. Außerdem wird Galileo dank der Millimeterpositionsortung das präziseste System der drei Systemen sein.

Galileo ist jedoch viel mehr als ein globales Satellitennavigationssystem. Die Ortung von Straftätern mit Gelenkband, die Berechnung von Wartezeiten an Bushaltestellen oder die Rückverfolgung gestohlener Fahrzeuge sind einige Beispiele der zahlreichen Möglichkeiten. Zudem besitzt Galileo auch ein gewaltiges Wirtschaftspotential und schafft zahlreiche neue Arbeitsplätze.

Galileo ist kein rein europäisches Projekt. China, Indien, Israel und Marokko tragen zum Projekt bei.

Verlauf

Am 26. Mai 2003 wurde das Projekt offiziell von der Europäischen Union und Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) gestartet. Am 28. Dezember 2005 wurde der erste Testsatellit GIOVE-A mit Erfolg von der russischen Raketenabschussbasis Baikonur in Kasachstan in die Erdumlaufbahn geschickt. Am 27. April 2008 folgte der zweite: GIOVE-B. Das Netzwerk wird schlussendlich aus 30 Satelliten bestehen. Geschätzter Kostenpunkt: 3,4 Milliarden Euro.

Mehr Informationen stehen auf dem Website der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA.

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