
Welche öffentliche Unterstützung kann dem Kinosektor durch die Mitgliedstaaten gewährt werden? Der Kinosektor spiegelt zweifellos die innerhalb Europas vorhandene kulturelle Vielfalt am besten wider. Diese Vielfalt kann jedoch ohne eine beträchtliche öffentliche Unterstützung und eine effiziente Förderung europäischer Werke nicht garantiert werden. Um diese Themen geht es in dem von der Französischen Gemeinschaft Belgiens in Bergen veranstalteten ersten Kultursymposium des belgischen Vorsitzes. Einrichtungen und Fachleute aus dem Kinobereich werden ebenfalls eingeladen, um am 4., 5. und 6. Juli 2010 die „Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD)“, die „Mitteilung zur Filmwirtschaft“ und die Förderung der kulturellen Vielfalt zu diskutieren.
Integration der neuen Medien
Die AVMD-Richtlinie betreut und fördert die europäischen Werke der traditionellen Mediendienste, wobei auch die neuen Medien integriert werden, die so genannten „nicht linearen Medien“ (z.B. Video auf Abruf). Die Richtlinie soll bis zum Dezember 2009 in alle einzelstaatlichen Rechtsvorschriften übernommen werden. Dies ist folglich die Gelegenheit, die Umsetzung dieser Maßnahmen auf lokaler Ebene zu bewerten.
Welche öffentliche Finanzierung?
Das Symposium „Von der AVMD-Richtline zur Mitteilung zur Filmwirtschaft: Für einen globalen und kohärenten Ansatz bezüglich des europäischen Kinos” beschäftigt sich auch mit seiner öffentlichen Finanzierung. In diesem Kontext hat die Europäische Kommission im Jahr 2001 die so genannte „Mitteilung zur Filmwirtschaft“ verabschiedet, die eine Richtschnur festlegt, die eine Bewertung der Kompatibilität der Unterstützungssysteme für das Kino mit den europäischen Vorschriften gestattet.
Angesichts des anstehenden Termins für diese Mitteilung Ende 2012 und der Verabschiedung eines geänderten Texts stellen sich die folgenden Fragen: Muss die öffentliche Förderung auf alle Stufen der Herstellungskette und Verbreitung eines Films, von seinem Drehbuch bis zur Ausstrahlung angewendet werden? Wie kann das Nebeneinander der Regelungen für die kulturelle und wirtschaftliche Förderung zur Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Kinoindustrie und gleichzeitig auch zur kulturellen Vielfalt beitragen?
Übrigens verlängert sich die Debatte zur Frage der öffentlichen Förderung des Kinos dadurch, dass ein Teil des informellen Treffens der Minister für Kultur und audiovsuelle Medien den audiovisuellen Medien gewidmet ist. Dieses Treffen findet am 7. und 8. Oktober in Brüssel statt.