Die Zukunft Europas ruht auf dem Sockel gemeinsamen Wissens – einer Zusammenführung der Fertigkeiten und Talente aller EU-Bürger. Um die Gesellschaft und die Welt verstehen zu können und sich im Alltag zurechtzufinden, muss es außerdem jedem Einzelnen möglich sein, die dazu notwendigen Grundfertigkeiten zu erlernen. Ihr Erwerb gehört zu dem Ziel der Bildung und Ausbildung für alle. Eine Herausforderung, die alle Bildungsminister gemeinsam bewältigen wollen.

Bildungsniveau der Jugendlichen: beunruhigende Statistiken
Angesichts der Anforderungen einer modernen und globalisierten Gesellschaft ist besonders die Feststellung besorgniserregend, dass jeder vierte junge Europäer nicht über die Lesefertigkeit verfügt, die es ihm ermöglichen würde, sich den Anforderungen der Gesellschaft in Hinblick auf Wissen und lebenslanges Lernen zu stellen. 2006 ergab die PISA-Studie, dass jeder fünfte europäische Jugendliche nicht die Grundfertigkeiten besitzt, die er für eine effiziente Anwendung der Mathematik benötigt.
Diese Indikatoren verdeutlichen die Notwendigkeit, die verschiedenen Ursachen für die geringe Beherrschung von Grundfertigkeiten zu erkennen und die gemeinsamen Bemühungen zu vervielfachen, um Abhilfe zu schaffen und jedem Einzelnen zu einem selbstständigen Leben zu verhelfen.
Bei dem Gipfeltreffen im Frühjahr 2009 haben die Staats- und Regierungschefs erneut auf die Bedeutung einer effizienten Bildungspolitik hingewiesen. Diese wird von jedem Land unabhängig ausgearbeitet, die Länder haben aber dieselben Ziele und teilen ihre guten Praktiken. Zu den Herausforderungen gehört das Niveau der Beherrschung von Grundfertigkeiten. Die Frage des Schulabbruchs zählt natürlich ebenfalls zu den Prioritäten.
Ein von der Französischen Gemeinschaft in Belgien veranstaltetes Ministertreffen
Im Rahmen des belgischen EU-Ratsvorsitzes trifft sich die französischsprachige Ministerin für Pflichtunterricht am 9. Juli mit ihren europäischen Kollegen, um Erfahrungen und Gedanken zu diesen Fragen auszutauschen und die politischen Ausrichtungen zur diesbezüglichen Entwicklung anzusprechen.
Welche Mittel können eingesetzt werden?
Die EU hat ihren Programmen für Schulbildung und lebenslanges Lernen für den Zeitraum von 2007 bis 2013 etwa 7 Milliarden Euro zugewiesen. Übrigens hat die Strategie EU 2020 eine Reduzierung der vorzeitigen Schulabbrüche um 10 % in den nächsten zehn Jahren zu einem ihrer Hauptziele gemacht. 2008 lag der Prozentsatz der Schulabbrecher bei 14,9 % (im Vergleich zu 17,6 % im Jahr 2000).
Durch die neue Strategie Bildung und Ausbildung 2020 setzt die Europäische Union Meilensteine auf dem Weg zu einer Bildung für alle und zu besseren Chancen für jeden Einzelnen.