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Wallonie und die Französische Gemeinschaft in Europa

Wallonie und Brüssel sind nicht mit den anderen Regionen vergleichbar. Die Regionen besitzen wie die Gemeinschaften, aus denen sich der belgische Föderalstaat zusammensetzt, einen ganz eigenen Status innerhalb der Europäischen Union. Sie verfügen über Entscheidungsgewalt sowie die Befugnis zu eigenständigen Maßnahmen, insbesondere in zahlreichen Bereichen, die ihren ausschließlichen Kompetenzen unterstehen. Darüber hinaus erweitert sich diese Entscheidungsautonomie in diesen Kompetenzbereichen auf internationale Ebene.

Auf europäischer Ebene

Wallonie und die Französische Gemeinschaft (die Instanz, die sie mit Brüssel verbindet) spielen auch eine aktive Rolle bei der Ausarbeitung und Umsetzung europäischer Politik. Vertreter der Regionen und Gemeinschaften, unter anderem Flandern, Wallonie, Brüssel und die deutschsprachigen Belgier, sitzen für Belgien im Ministerrat der Europäischen Union. Ein Minister aus der Region oder der Gemeinschaft kann damit kraft seiner Kompetenzen im Land den Vorsitz der Ratsversammlungen mit demselben Recht wie ein föderaler Minister übernehmen. Dieses institutionelle System führt auch dazu, dass die Ratifizierung internationaler Verträge durch Belgien auch von der Zustimmung der Parlamente in Regionen und Gemeinschaften abhängig ist. Die Verabschiedung des Vertrags von Lissabon bedurfte zwingend der Zustimmung des wallonischen Parlaments sowie des Parlaments der Französischen Gemeinschaft. In diesem Rahmen spielen Wallonie und die Französische Gemeinschaft eine beispielhafte positive und freiwillige Rolle bei der Umsetzung der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltstrategie „EU 2020“, an deren Ausarbeitung sie aktiv teilhatten. Wallonie und die Französische Gemeinschaft sind außerdem besonders aufmerksam gegenüber der Bewahrung und sogar Verstärkung der wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Kohäsionspolitik, um allen europäischen Regionen zu ermöglichen, die strukturellen Probleme zu überwinden, die die Schaffung von Aktivitäten und Beschäftigung behindern. Sie wünschen sich die Umsetzung einer ambitionierten, nachhaltigen und solidarischen Industriepolitik, die noch mehr Investitionen in den Bereichen Forschung und Bildung vornimmt, um insbesondere die Problematik des Industriewandels besser verstehen zu können. Sie schätzen außerdem die Definition der europäischen Politik, die die kulturelle Vielfalt in Europa in der Welt noch weiter unterstützt.

Auf internationaler Ebene

Gestärkt durch ihre ausschließlichen Kompetenzen und deren internationale Erweiterung haben Wallonie und die Französische Gemeinschaft ein besonders dichtes Netz internationaler Beziehungen entwickelt. Deutlich offen gegenüber der Welt, haben sie Programme zur Zusammenarbeit mit zahlreichen Ländern und Regionen eingerichtet, mit dem Willen zum Austausch und zur wechselseitigen Bereicherung und gegebenenfalls zur Solidarität. In diesem Sinne haben Wallonie und die Französische Gemeinschaft siebzig bilaterale Verträge geschlossen. Sie haben ein Netz von Vertretungen auf der ganzen Welt gestrickt: 15 Delegationen verfügen über diplomatischen Status in Algier, Berlin, Bukarest, Dakar, Genf, Hanoi, Kinshasa, Paris, Quebec, Rabat, Santiago de Chile, Tunis, Warschau und über die Europäische Union hinaus, und etwa hundert Wirtschafts- und Handelsattachés stellen die Präsenz und Sichtbarkeit von Wallonie und Brüssel auf allen Kontinenten sicher.

Wirtschaft und Lebensqualität

Wallonie, Land mit Geschichte, früher und weitreichender Industrialisierung sowie Wiege zahlreicher Künstler und Erfinder, stellt sich entschlossen der Zukunft und ist bereit, neue Herausforderungen in Angriff zu nehmen. Dazu profitiert es von seiner Offenheit gegenüber der Welt, die es schon immer ausgezeichnet hat. Im Herzen Europas und für den Dialog mit seinen drei Hauptstädten (Straßburg, Brüssel und Luxemburg) ideal positioniert, ist es trotz aller Altertümlichkeit ein außergewöhnliches Land mit Konferenzen und Austauschmöglichkeiten – idealer Nährboden für Ideen und ausländische Investoren. Seine Wirtschaft orientiert sich hauptsächlich an Innovation und Forschung, und die Arbeitnehmer zeigen eines der höchsten Produktivitätsniveaus der Welt. Zukunftsorientiert und in Zusammenarbeit mit Brüssel hat die Strategie der regionalen Entwicklung von Wallonie, der Marshall-Plan Grün.2, das Ziel, die wallonische Wirtschaft zu einer der attraktivsten in ganz Europa zu machen, indem man große Investitionen auf bestimmte sozio-ökonomische Prioritäten mit strukturbildendem Charakter konzentriert. Ziel ist offensichtlich die Förderung von Aktivitäten und Beschäftigung, indem auf die ausgezeichnete Qualität der Arbeitnehmer, Forschung, Innovation und internationalen Ausrichtung gesetzt wird. Mit der Unterstützung der Französischen Gemeinschaft entwickeln Wallonie und Brüssel auch einen besonders fruchtbaren Schöpfergeist. Wer kennt nicht die Maler René Magritte oder Paul Delvaux, die Komponisten Roland de Lassus, André-Modeste Grétry, César Frank oder Guillaum Lekeu, die Schriftsteller Georges Simenon oder Amélie Nothom, die Comic-Pioniere Hergé, Franquin oder Peyo, und nicht zu vergessen Adolphe Sax, den genialen Erfinder des Saxophons. Und auch der Erfolg des Kinos in Wallonie darf nicht vergessen werden, insbesondere mit den Brüdern Dardenne – zweimal die Goldene Palme in Cannes – und Schauspielern wie Benoît Poelvoorde, Olivier Gourmet, Emilie Dequenne oder Cécile de France: Alles Dinge, die sich in das reichhaltige Kulturerbe von Wallonie und Brüssel einreihen, ebenso wie in das pulsierende Leben, das jede der beiden Partnerregionen auf ihre Weise charakterisiert. Wir laden Sie ein, die Kräfte und die Trümpfe dieses bewegten Walloniens zu entdecken.

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